Wo fange ich am besten an,
..nun ja in unserem Einsatzleitsystem (ELS) wurden ein Teil der Stammdaten importiert. Besonders stolz sind unsere Administratoren auf die Koordinaten versorgung der Strassen und Hausnummern. Hierbei ist es möglich den genauen Einsatzort, per Datenfunk, an die entsprechenden Einsatzmittel zusenden.
Dort werden diese dann mittels Navigationsgeräten in eine Route umgesetzt und das Fahrzeug dorthin geleitet. Hört sich ja alles ganz toll an, es gibt aber auch manche Fallen dieser Technik.
Wenn zB. der Anrufer sich zwischen zwei Orten befindet, den Straßennamen nicht kennt oder keine Hausnummern zu erkennen sind.
Der Mitarbeiter in der Leitstelle muss dann versuchen, diesen Einsatzort so gut wie möglich einzugrenzen und zu beschreiben.
Diese Beschreibungen gehen dann allerdings auch an das Navigationsgerät. Das ELS überträgt dann die Koordinaten des Ortes, der Straße oder oder... Und hier schnappt die Falle zu.
Leider gibt es draußen immer wieder Kollegen, die sich ganz auf diese Technik verlassen und sich "leiten" oder sollte ich besser "verleiten" lassen und reinfallen.
Viele Verbindungsstraßen, Sportstätten oder andere Plätze sind nicht mit Koordinaten versorgt und werden dadurch natürlich nicht richtig dargestellt. Das Navigationsgerät führt euch dann in die irre.
Also hier geht ganz klar die Reihenfolge,
eigenes örtliches wissen in seinem Einsatzbereich,
die Leitstelle über Funk zum Anfahrtsweg befragen,
die Landkarte zu Hilfe nehmen und
dann erst die Navigation nutzen!
Das nächste wäre dann wohl der Patientenkontakt.
Das wird sich jetzt abgedroschen anhören, ist mir aber egal.
Das wird sich jetzt abgedroschen anhören, ist mir aber egal.
Ist ja auch praktisch wenn man die Daten wie Sauerstoffsättigung und Anzahl der Herzschläge angezeigt bekommt. Kann aber aber bei Kälte auch schnell eine Falle werden. Dann werden diese Daten nicht richtig angezeigt!
Früher haben wir uns mit dem Patienten unterhalten und dadurch eigene Eindrücke gesammelt, Sprache, Erinnerung, örtliche und zeitliche Orientierung. Durch händisches fühlen des Puls am Handgelenk hat man mehrere Dinge auf einmal bewirkt- Pulsbeschaffenheit, Rhythmus und Körpertemperatur und gleichzeitig bekam der Patient den Eindruck "da kümmert sich jemand um mich".
Für viele der Patienten ist dieses Hand anlegen wichtig, vor allem um die eigene Angst oder Unruhe abzubauen.
Es hilft auch ungemein während des Transportes eine kleine Konversation mit seinem gegenüber zu führen und nicht irgendwelche Arztbriefe oder Untersuchung unterlagen zu lesen, macht euch ein eigens Bild von "eurem" Patienten, er wird es euch danken und wenn es nur ein kleines Lächeln oder ein danke ist. Manchmal unbezahlbar.
Also Jungs und Mädels da draußen im Rettungsdienst, lieber einmal mehr die eigene Sinne benutzen und sich nicht allzu sehr auf die Technik verlassen. Manchmal muss man sich aber drauf verlassen können dann geht es wirklich nicht anders. Findet euren eigenen "Mittelweg"
Bis bald Holger



